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Trauer um Dagmar Schipanski

Gemeinsame Erklärung der CDU Thüringen und der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag zum Tode von Dagmar Schipanski

Dagmar Schipanski war nie um klare Worte verlegen, ob als Landtagspräsidentin, Ministerin, Hochschulrektorin oder in einem ihrer zahlreichen Ehrenämter. Als Stimme ihrer Thüringer Heimat wurde sie gehört – auch weit über die Thüringer Landesgrenzen hinaus. Mit großer Trauer und Bestürzung reagieren die CDU Thüringen und die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag auf den Tod der langjährigen CDU-Politikerin, Ministerin und Landtagspräsidentin. Schipanski verstarb im Alter von 79 Jahren.

Mit Dagmar Schipanski verliert die Thüringer CDU eine leidenschaftliche Kämpferin für Freiheit und Unabhängigkeit, die Zeit ihres Lebens mit voller Kraft in den Diensten der Wissenschaft und der Bildung stand. Sie war nicht nur eine großartige Wissenschaftlerin, sondern auch eine engagierte Politikerin, die zu den bekanntesten Thüringern gehörte. Dagmar Schipanski hat sich auch unter widrigen Umständen immer große Ziele gesteckt und war mit dem unbändigen Willen versehen, sie zu erreichen“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende, Mario Voigt. „Wir sind in Gedanken bei ihrer Familie.“

Schipanski kam am 3. September 1943 in Sättelstädt im heutigen Wartburgkreis zur Welt. Nach den ersten Jahren der Kindheit zog es die Familie 1949 nach Ilmenau, wo Schipanski die Ungerechtigkeiten des Systems kennenlernte und unter erschwerten Bedingungen und Einsatz der Eltern an der Oberschule zugelassen wurde, wo sie 1962 ihr Abitur machte. Den Bau der Berliner Mauer bezeichnete sie später als einen „gravierenden Einschnitt in meinem Leben“. Mit großem Freiheitsdrang versehen und immer neugierig entschied Schipanski sich für ein Physik-Studium, weil die geisteswissenschaftlichen Fächer so ideologisiert waren, dass sie für sie nicht infrage kamen. Obwohl Promotion und Habilitation folgten blieb der Sprung an die Spitze der Hochschule Ilmenau zunächst aus – Schipanski verweigerte die Mitgliedschaft in der SED. Schipanski wurde 1995 in ihrer Heimat die bundesweit erste weibliche Rektorin einer technischen Hochschule.

Der CDU-Landesvorsitzende Christian Hirte erklärt: „Dagmar Schipanski hat sich um unser Land verdient gemacht. Sie hat Thüringen geprägt. Wir sind dankbar für ihren wichtigen Dienst. Sie war von ausgesprochenem Mut und Willen, hat sich von ihrem Weg nie abbringen lassen und wurde als Verfechterin der Werte der CDU bis heute zu einem Vorbild für viele in unserer Partei. Sie trug ihre Heimat im Herzen und hat sie sich auch in der Politik immer für das Wohl von Land und Leuten eingesetzt. Dafür gebührt ihr Respekt, Hochachtung und vor allem unser Dank.“

Helmut Kohl holte Schipanski 1995 in den Wissenschaftsrat, an dessen Spitze sie kurze Zeit später als erste Frau kam. „Als stets wissensdurstiger Geist und überall anerkannte Wissenschaftlerin hat sie sich verdient gemacht um den Wissenschaftsstandort Thüringen, Ostdeutschland und schließlich der ganzen Bundesrepublik“, so Hirte. 1999 trat Schipanski bei der Wahl zum Bundespräsidenten gegen Johannes Rau an. Thüringens langjähriger Ministerpräsident, Bernhard Vogel, der Schipanski für die Wahl vorgeschlagen hatte, holte die Ilmenauerin schließlich als Wissenschaftsministerin in sein neues Kabinett. Mit dem besten Ergebnis aller wurde sie ins CDU-Präsidium gewählt. Insbesondere als Leiterin der Kultusministerkonferenz kämpfte sie anschließend engagiert für die Bildung der Kinder, ehe Schipanski zwischen 2004 und 2009 Präsidentin des Thüringer Landtags wurde.

„Wir haben Dagmar Schipanski hier in Thüringen und auch über die Landesgrenzen hinaus viel zu verdanken. Das zeigen nicht zuletzt ihr breites gesellschaftliches Engagement und die vielen Auszeichnungen wie das Bundesverdienstkreuz oder die Wahl zur Frau des Jahres 1999. Sie wird uns fehlen“, so Mario Voigt abschließend.