CDU Thüringen erinnert an ihre erste Gründung vor 75 Jahren

Hirte: Aufbruch in Freiheit und Demokratie scheiterte am und im Sozialismus

Als „Aufbruch in die Freiheit und Demokratie“ hat der kommissarische Vorsitzende der CDU Thüringen, der Bundestagsabgeordnete Christian Hirte, die Gründung der CDU Thüringen vor 75 Jahren, am 20. Juli 1945, in Weimar bezeichnet. 25 Personen um den früheren Zentrumspolitiker Max Kolter und den Altenburger Kaufmann Georg Grosse sprachen sich für eine freiheitliche und soziale Demokratie auf rechtsstaatlicher Grundlage aus und wählten einen ersten Landesvorstand. Der politische Gestaltungsspielraum der Thüringer CDU war von Anfang an begrenzt und wurde unter dem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht und der sich 1946 aus KPD und SPD bildenden SED schnell enger. Bald war die CDU eine nachrangige Blockpartei im Gefüge des SED-Regimes.

Hirte erinnerte daran, „dass die Mitglieder der Thüringer CDU nach 1945 letztlich nichts Anderes wollten als jene in den westlichen Besatzungszonen: eine klare Absage an den Nationalsozialismus und den Aufbau einer freiheitlichen und sozialen Demokratie nach den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs.“ Viele Politikerinnen und Politiker der Gründergeneration zahlten dafür einen hohen Preis, weil die Sowjetunion in ihrer Besatzungszone gemeinsam mit ihren kommunistischen Parteigängern eine sozialistische Diktatur errichtete; anfangs mühsam kaschiert unter der Flagge der antifaschistisch-demokratischen Umwälzung. Der kommissarische Landesvorsitzende erinnerte beispielhaft an den stellvertretenden Landesvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Hugo Dornhofer, der nach der Verfolgung durch die Nationalsozialisten 1953 in einem politischen Schauprozess zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt wurde.

Der Bundestagsabgeordnete verwies darauf, dass die CDU Thüringen ihre Rolle im SED-Regime aufgearbeitet hat. Als nachgeordnete Blockpartei habe sie für die SED eine systemstabilisierende Funktion gehabt. Zugleich hätten sich viele Mitglieder als weltanschaulich Andersdenkende verstanden. Für die sei die CDU „ein Ort der Vergemeinschaftung“ gewesen, wie eine Unabhängige Historische Kommission zur Geschichte der Thüringer Union unter Leitung der Historiker Jörg Ganzenmüller und Hermann Wentker 2018 feststellte. In diesem anderen, christlich demokratischen Grundverständnis sieht Hirte auch eine wesentliche Voraussetzung dafür, „dass die im Januar 1990 neu gegründete Thüringer CDU zum Rückgrat des Aufbaus im wieder erstandenen Land Thüringen werden konnte. Sie hatte sich gewiss ihrer historischen Verantwortung zu stellen, aber weit weniger ideologischen Ballast abzustreifen als die aus der SED hervorgegangene PDS und spätere LINKE“, so Hirte wörtlich.

Die Geschichte der CDU in Thüringen beziehungsweise den Thüringer Bezirken vor und nach 1989/90 verpflichte die Mitglieder „hellwach gegenüber allen totalitären und verfassungsfeindlichen Ideologien und Politikansätzen zu sein, gerade wenn sie auf leisen Sohlen daher kommen“. In ihren Gründungsjahren nach dem Zweiten Weltkrieg, und nach 1989/90 sei die CDU die Partei „der Freiheit, der Demokratie und des Rechtsstaats und letztlich auch der Marktwirtschaft gewesen. Das sind die Pfeiler, auf denen sich auch die Zukunft bauen lässt“, schloss Hirte.

Anlässlich dieses Jubiläums besuchte Hirte als Vorsitzender der CDU Wartburgkreis Frau Somieski in Bad Salzungen. Seit Dezember 1946 ist die heute 97-jährige ehemalige Lehrerin Mitglied der CDU und seither überzeugte Verfechterin von Werten und Inhalten der CDU. In Anerkennung ihres Engagements betonte Hirte, dass ein 75-jähriges Parteiengagement Ansporn für ihn und seine politische Arbeit sei.