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Situationsanalyse und Strategien für den Landkreis Greiz - Themenkomplex: Landwirtschaft

Situationsanalyse - Landwirtschaft

Der Wirtschaftsbereich Land- und Forstwirtschaft im Landkreis Greiz zeichnet sich durch leistungsfähige Agrarunternehmen mit einer überdurchschnittlichen Anzahl an Wiedereinrichtern aus. Rund 46.200 ha mit meist guten bis sehr guten Bodenverhältnissen werden ,landwirtschaftlich genutzt. Damit entfallen 5,8% der LF Thüringens auf den Landkreis Greiz.
Im Vergleich zum Landesdurchschnitt sinkt der Anteil der SV-Beschäftigten des landwirtschaftlichen Sektors deutlich geringer (Zahlen).

Neben Ackerbau und Viehzucht leistet die Landwirtschaft heute zunehmend mehr, da Landwirtschaftsbetriebe Anlagen zur Energiegewinnung betreiben (u. a. Solaranlagen, Biogasanlagen), nachwachsende Rohstoffe für den Eigenbedarf sowie für eine Vielzahl industrieller Partner produzieren (v. a. Winterraps) und in der Direktvermarktung Qualitätsprodukte anbieten. Viele klein- und mittelständige Betriebe werden direkt mit regionalen Rohstoffen versorgt (Mischfutterbetriebe, Molkereien, Ölmühlen etc.).

Landwirtschaft bedeutet zugleich auch Landschaftspflege und Umweltschutz. Durch Maßnahmen zum Umweltschutz entstehen Kulturlandschaften, welche für die touristische Erschließung und die Ansiedlung neuer Wirtschaftszweige von enormer Bedeutung sind.

Neben der Landwirtschaft stellt auch die Forstwirtschaft ein wichtiges Standbein der Region dar. So verfügt der Landkreis über ca. 25% Waldfläche. Große zusammenhängende Waldgebiete erstrecken sich mit dem Pöllwitzer Wald, Greiz-Werdauer-Wald, Elstertal vor allem im südlichen Landkreis.

 

Strategien - Landwirtschaft

Die Landwirtschaft als bedeutender Flächennutzer hat eine hohe Verantwortung für den Erhalt und die Verbesserung der natürlichen Lebensgrundlagen zu tragen. Gleichzeitig ist jedoch eine wettbewerbsfähige und zukunftsfähige Landbewirtschaftung ohne die entsprechenden natürlichen Rahmenbedingungen nicht möglich. Daher ist ein schonender Umgang mit den Schutzgütern Boden, Wasser, Klima/ Luft, Arten/ Biotope und Landschaft zu gewährleisten, z.B. durch die Anwendung geeigneter Nutzungs- und Bewirtschaftungsformen, um

  1. Stoffeinträge in das Grund- und Oberflächenwasser zu minimieren -> entspricht der EU- Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG
  2. eine sanfte touristische Nutzung der Talsperre Zeulenroda zu ermöglichen,
  3. den Wasserrückhalt zu erhöhen (Hochwasserschutz) und die Bodenerosion zu reduzieren,
    naturnahe Gehölzstrukturen für Erosions- und Immissionsschutz auf- und auszubauen, das Landschaftsbild aufzuwerten und die Biotopvernetzung weiterzuführen,
  4. natürlichen Ressourcen der Region zur Erzeugung erneuerbarer Energien (z.B. Biogas, Holz) und Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe (z.B. Hanf)  zu nutzen,
  5. Umwelt-, Natur- und Trinkwasserschutzes zu verknüpfen und eine ökonomische Nutzung für den Tourismus und zur Erhaltung der Lebensqualität zu ermöglichen und
  6. Siedlungsentwicklung, Forst- und Landwirtschaftlicher Wegebau und Inwertsetzung von Brachen über intelligente Nachnutzungskonzepte und zur Reduzierung des Flächenverbrauchs zu gewährleisten.
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